Dieser Beitrag erzählt von einem Diebstahl im Frühjahr 2024 und wurde für den Relaunch 2026 redaktionell überarbeitet.
Eigentlich war es mein eigener Fehler. Ich war mit dem Auto zum Entladen direkt vor die Haustür gefahren, hatte die Tür aufgeschlossen und im Vorbeigehen noch einen Brief aus dem Briefkasten gezogen. Während ich den kurz überflog, hörte ich hinter mir die Beifahrertür meines Autos.
Keine zwei Meter entfernt.
Als ich begriff, was gerade passierte, war der Dieb schon unterwegs. Ich sah ihn noch über die Kreuzung verschwinden. Mein Auto wiederum hielt diesen Moment offenbar für hervorragend geeignet, mich über einen fälligen Wartungsintervall zu informieren. Eine Verfolgung kam jedenfalls nicht zustande.
Weg waren zwei Handys und meine Geldbörse samt Papieren.
Was danach begann, war fast beeindruckender als der eigentliche Diebstahl. Denn wenn dir die Geldbörse gestohlen wird, fehlt nicht nur das Geld. Plötzlich fehlen Ausweis, Führerschein, Bankkarten und alles Mögliche, von dem man im Alltag eigentlich gar nicht merkt, dass man es ständig braucht.
Und wer neue Papiere braucht, braucht wiederum Geld.
Damals kamen bei mir unter anderem Kosten für Passbilder, Geburtsurkunde, vorläufigen und neuen Personalausweis sowie später den neuen Führerschein zusammen. Dazu kamen zwei neue SIM-Karten, weil ich die alten natürlich sofort sperren ließ. Auch meine beiden Ladekarten fürs E-Auto mussten gesperrt und ersetzt werden. Eine Ersatzkarte war kostenlos, die andere kostete mich damals wieder Geld.
Und dann waren da noch die Bankkarten.
Besonders lustig wird es, wenn die Bank sagt: „Du möchtest neue Karten und Geld abheben? Dann legitimiere dich bitte.“
Ja. Würde ich gerne. Genau deshalb stehe ich ja hier.
Die beiden gestohlenen Handys hatten zusammen noch einen Wert von ungefähr 550 Euro. Zum Glück lagen zu Hause noch meine Vorgängermodelle herum, die ich eigentlich verkaufen wollte. Nach kurzer Benutzung wusste ich allerdings auch wieder ziemlich genau, warum ich sie ein Jahr vorher ersetzt hatte.
Unterm Strich hat mich der Diebstahl mit Ersatzpapieren, Karten, SIMs, Handys und allem Drumherum ungefähr einen Tausender gekostet.
Und was hatte der Dieb davon?
In meiner Geldbörse waren keine fünf Euro.
Die Karten und Konten waren sehr schnell gesperrt. Auch die Handys konnte ich aus der Ferne absichern beziehungsweise zurücksetzen. Für eine Beute, mit der man damals kaum mehr als ein Bier bezahlen konnte, hatte mir jemand also einen Schaden und einen Aufwand von ungefähr tausend Euro eingebrockt.
Ein Hoch auf den Dieb. Lobpreiset ihn.
Etwa vier Wochen später war vieles wieder beim Alten. Den provisorischen Ausweis konnte ich gegen den richtigen tauschen, Bankkarten, SIMs und Ladekarten waren ersetzt und eines der Handys hatte ich ebenfalls schon erneuert. Das zweite sollte folgen, sobald mein Anbieter hoffentlich das gewünschte Modell ins Programm bekam.
Ganz beim Alten war danach allerdings doch nicht alles. Einige Dinge habe ich anders abgesichert, Tracking eingerichtet und generell stärker darauf geachtet, was passiert, wenn mir ein Gerät oder eine Karte abhandenkommt.
Ein paar Erlebnisse während dieser Wochen haben mich zusätzlich nachdenklich gemacht. Meine Bankkarte bei der Hausbank konnte ich beispielsweise telefonisch nicht neu bestellen, die Kreditkarte dagegen schon. Als ich meine Geburtsurkunde besorgte, wurde ich nach den Namen meiner Eltern gefragt. Das kam mir damals erstaunlich wenig vor und ließ bei mir die Frage zurück, wie sicher solche Abläufe eigentlich sind.
Richtig unwohl wurde mir aber bei etwas anderem.
Eines Tages steckte die Post zwei Briefe so in meinen Briefkasten, dass sie oben noch deutlich herausragten. Andere Zusteller schaffen es, zwei Werbezeitungen samt Beilagen komplett dort hineinzubekommen. In diesen beiden Briefen lagen ausgerechnet meine neue Kreditkarte und die dazugehörige PIN.
Nach den Wochen davor war mein Vertrauen in glückliche Zufälle eher überschaubar.
Vielleicht war das am Ende das, was von dieser ganzen Geschichte blieb. Nicht die fünf Euro, die der Dieb vermutlich erbeutet hatte. Auch nicht nur die rund tausend Euro, die mich der Spaß gekostet hatte.
Sondern die Erkenntnis, wie viel Alltag an ein paar Karten, zwei Telefonen und kleinen Plastikkärtchen hängt, solange niemand sie dir wegnimmt.
Dann merkt man es ziemlich schnell.
Foto: Norbert Beck / Beitragsbild-Layout: Norbert Beck
Rechtschreibung
Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.
Fehler? Klar, ich bin auch nur ein Mensch! Vor der Veröffentlichung lasse ich meine Blogposts von einer KI (z. B. ChatGPT) auf Rechtschreibung und Grammatik prüfen, um die gröbsten Patzer auszumerzen. Das Ergebnis ist sauberer als so mancher Zeitungsbeitrag – und das will was heißen! 😉
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1 Kommentar zu „Ein Hoch auf den Dieb“
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