Dieser Beitrag beschreibt meine Entscheidung vom 7. Juli 2024 und wurde für den Relaunch 2026 redaktionell überarbeitet.
Eigentlich hatte ich mir das mit Mounjaro anders vorgestellt. Nach den ersten Erfolgen dachte ich, dass ich hier regelmäßig berichten könnte, wie es weitergeht, was sich verändert und was das Medikament bei mir bewirkt. Stattdessen war irgendwann Schluss. Ich habe Mounjaro abgesetzt, weil die Beschwerden für mich nicht mehr akzeptabel waren.
Nach den Injektionen bekam ich Magenkrämpfe, Koliken, heftigen Durchfall und Kreislaufprobleme bis hin zu Schwindel. Das passierte nicht einmal und war dann wieder vorbei, sondern wiederholte sich nach den Spritzen. Teilweise war ich anschließend fast zwei Tage praktisch nicht arbeitsfähig. Trotzdem habe ich mich immer wieder zur Arbeit geschleppt, teilweise unter Einsatz von Schmerzmitteln.
Irgendwann kam für mich der Punkt, an dem ich gesagt habe: Nein, das kann es nicht sein.
Das ist zunächst einmal meine persönliche Erfahrung. Sie bedeutet ausdrücklich nicht, dass Mounjaro bei jedem Menschen solche Beschwerden verursacht oder dass das Medikament grundsätzlich schlecht ist. Magen-Darm-Beschwerden gehören allerdings zu den bekannten Nebenwirkungen von Tirzepatid. In der aktuellen europäischen Produktinformation werden unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall genannt; bei stärkeren Magen-Darm-Beschwerden kann außerdem Flüssigkeitsverlust zum Problem werden.
Bei mir überwogen irgendwann ganz einfach die Nachteile. Was mir eine Behandlung auf der einen Seite bringen kann, hilft mir persönlich wenig, wenn ich nach der nächsten Spritze damit rechnen muss, mich für einen erheblichen Teil der nächsten beiden Tage schlecht zu fühlen.
Genau deshalb möchte ich aus meiner Geschichte aber auch keine allgemeine Empfehlung machen. Ich rate weder grundsätzlich zu Mounjaro noch grundsätzlich davon ab. Wer Nebenwirkungen bekommt, sollte sie nicht deshalb hinnehmen, weil andere Menschen mit demselben Medikament hervorragende Erfahrungen gemacht haben. Die europäische Patienteninformation empfiehlt ausdrücklich, auftretende Nebenwirkungen mit Arzt, Pflegepersonal oder Apotheke zu besprechen.
Was ich heute ebenfalls anders formulieren würde als damals: Medikamente wie Mounjaro sind nicht einfach eine kurzfristige Starthilfe, die man nur lange genug nehmen muss, um anschließend automatisch ohne sie weiterzumachen. Gerade beim Gewichtsmanagement ist die Sache komplizierter. In der SURMOUNT-4-Studie nahmen Teilnehmer nach dem Absetzen von Tirzepatid im Durchschnitt wieder deutlich an Gewicht zu, während die fortgesetzte Behandlung den zuvor erreichten Gewichtsverlust besser erhielt. Das bedeutet nicht, dass nach dem Absetzen bei jedem zwangsläufig alle verlorenen Kilos zurückkommen. Es zeigt aber, dass eine einfache Gleichung nach dem Motto „Medikament absetzen, Ernährung und Bewegung übernehmen den Rest“ der Sache nicht gerecht wird.
Für mich endete die Geschichte mit Mounjaro trotzdem an diesem Punkt. Nicht, weil ich das Medikament verteufeln möchte und auch nicht, weil ich glaube, damit irgendetwas bewiesen zu haben. Ich habe schlicht festgestellt, dass dieser Weg für mich so nicht funktioniert.
Mein eigener Weg musste also anders weitergehen.
Und genau davon werde ich erzählen.
Quellen
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): aktuelle Produktinformation und Packungsbeilage zu Mounjaro/Tirzepatid.
Aronne LJ et al.: Continued Treatment With Tirzepatide for Maintenance of Weight Reduction in Adults With Obesity – The SURMOUNT-4 Randomized Clinical Trial, JAMA.
Foto: Norbert Beck / Beitragsbild-Layout: Norbert Beck