Mein 100. Geburtstag ist schon in Planung

Man kann mit der Planung wichtiger Dinge eigentlich nie früh genug anfangen. Deshalb beschäftige ich mich schon einmal mit meinem 100. Geburtstag.

Gut, bis dahin waren es bei der ursprünglichen Planung noch 49 Jahre. Das klingt zunächst nach ausreichend Vorbereitungszeit. Andererseits habe ich inzwischen die 50 überschritten und seitdem den Eindruck, dass jemand an der Geschwindigkeit des Kalenders herumgeschraubt hat. Kaum ist Weihnachten vorbei, steht Ostern vor der Tür, kurz darauf ist Sommer und irgendwann fragt wieder jemand, was man sich zum Geburtstag wünscht.

Also lieber rechtzeitig anfangen.

Einen klassischen 100. Geburtstag stelle ich mir jedenfalls nicht vor. Gemütlich am Tisch sitzen, während jemand erklärt, wie erstaunlich fit man für sein Alter noch aussieht, ist mir als langfristiges Ziel etwas zu dünn. Wenn ich es schon bis 100 schaffe, darf die Veranstaltung ruhig ein bisschen aus dem Ruder laufen.

Eine Breakdance-Einlage wäre zum Beispiel angemessen. Ob mein Körper in diesem Alter davon ähnlich begeistert sein wird wie ich, ist eine andere Frage. Aber organisatorische Kleinigkeiten sollte man 49 Jahre vor einer Veranstaltung nicht überbewerten.

Auch die anschließende Berichterstattung habe ich vorsichtshalber schon vorbereitet. Irgendetwas in Richtung: „100-Jähriger brennt nach Geburtstagsfeier zum Mars durch.“ Damit hätte sich zumindest die Frage erledigt, was man einem Menschen schenkt, der angeblich schon alles hat. Eine Rückfahrkarte wäre vermutlich praktisch.

Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass es einigermaßen optimistisch ist, überhaupt mit dem 100. Geburtstag zu planen. Stimmt. Aber ich sehe keinen besonderen Vorteil darin, stattdessen vorsorglich den 78. zu planen und anschließend beleidigt zu sein, wenn ich länger durchhalte.

Mein eigentliches Fernziel liegt ohnehin bei 150 Jahren. Nicht aus wissenschaftlichen Gründen und auch nicht, weil ich irgendeinen geheimen Plan für ewiges Leben gefunden hätte. Ich brauche einfach ausreichend Vorbereitungszeit für meine Teilnahme an den Universal-Olympischen Spielen.

Stangenhalma.

Bis dahin sollte ich vielleicht schon einmal mit dem Training anfangen. Wobei man auch nichts überstürzen darf. Schließlich habe ich noch ein paar Jahrzehnte Zeit.

Der 100. Geburtstag bleibt jedenfalls im Kalender. Details können sich bis dahin noch ändern, aber das Grundkonzept steht: möglichst nicht langweilig werden, neugierig bleiben und bei Bedarf rechtzeitig einen Flug zum Mars buchen.

Man muss schließlich vorausplanen.

Beitragsbild: Norbert Beck mit KI gealtert / Beitragsbild-Layout: Norbert Beck

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